Hurra, die Post ist da !
29. Januar 2010
Nee ehrlich, das ist ja wohl aus einer längst vergangenen Zeit!
Hier kommen nur noch Rechnungen, Mahnungen und Aufforderungen an.
Regional mit der „Turbo-Post“ so gegen 09:00, überregional mit der „Deutschen Post“ ca 14:00.
Vielleicht waren private Zustelldienste mal Pionier gegen ein unsägliches Monopol-Unternehmen daß sich so ziemlich alles erlauben konnte und auch erlaubt hat. Wenn Wettbewerber mit besseren und intelligenteren Leistungen punkten können freut mich das. Hier aber geschieht anderes: Holländische Turbo-Kapitalisten arbeiten mit Billiglöhnen und die Post AG wird nachziehen mit eigenen tarifungebundenen Subunternehmen. Alles wird dann herangekarrt auf roten oder gelben Fahrrädern von Sklaven die aufstockende Leistungen nach Hartz-IV beziehen. Vielleicht sollte ich meinen Briefkasten versiegeln.
Liebesbotschaften kommen nur noch fragmentarisch per sms
Jutta geht in Rente
29. Januar 2010
Jutta wohnt in einem kleinen Ort in einem kleinen alten Haus. Wir haben uns lange nicht gesehen. Nun weiß ich den Grund:
Ihr erbärmliches Auto musste sie stilllegen. Mit einer Abwrackprämie hätte sie auch kein neues kaufen können, aber wenigstens die Fenster des Hauses streichen oder so was. Eines Tages wird auch das alte Haus zusammenkrachen.
Jutta ist froh, der Gängelei der Ämter endlich entronnen zu sein, materiell wird es ihr kaum besser gehen als unter Hartz-IV
(Krankenkassenzusatzkosten, Gebühren, ÖPNV)
Der Rentenstart bedeutet erstmal einen Monat Hunger (Hartz-IV ist Vorleistung, Rente ist Nachleistung)
Wer denkt sich denn so was aus ???????
Jutta hat mich telefonisch eingeladen zu einer politischen Versammlung in ihrem kleinen Ort.
Ich werde da hinfahren mit dem Bus.
Erst diffamieren, dann kürzen
27. Januar 2010
Noch ein empfehlenswerter Artikel in der taz:
Schelte von Arbeitslosen verschafft Distinktionsgewinn – Erst diffamieren, dann kürzen
Afghanistan
27. Januar 2010
Todenhöfer über Afghanistankrieg: „Es ist ein Terrorzuchtprogramm”
“Für nichts schäme ich mich mehr als für unsere Beteiligung am Afghanistankrieg”, schreibt der Publizist Jürgen Todenhöfer. Er sieht Alternativen zur Kriegspolitik.
in den Kommentaren hierzu “Dr. No”:
Gestern abend war der olle SPD Struck im Fernsehen zu sehen. Er fand es unglaublich was sich die Frau Käßmann als Bischöfin da in ihrer Sylvesterpredigt über Afghanistan erlaubt hätte. O-Ton: “Das war völlig unangemessen.” Genauso unangemessen wie die Bergpredigt oder die Vertreibung der Händler aus dem Tempel? Kurz danach kam Volker Rühe (CDU) und argumentierte gegen den Krieg. Wer mir vor 20 Jahren erzählt hätte, SPD (und Teile der Grünen) würde mal eines Tages mit Karacho von links von Todenhöfer und Rühe als Friedenstauben überholt werden, den hätte ich für verrückt erklärt. Hut ab, Herr Todenhöfer.
Ach und dann noch ein Kommentar zum Schulbesuch afghanischer Mädchen. Laut UN-Angaben ist es für ein südafrikanisches Mädchen wahrscheinlicher vergewaltigt zu werden als lesen und schreiben zu lernen. Und nun? Weltmeisterschaft absagen, und in Südafrika einmarschieren? Das ist so ähnlich wie im Mittelalter, als die Missionierung der armen Heidenkinder als Rauchvorhang benutzt wurde, um die Kolonien auszubeuten.
Quelle: taz.de
Gedanken zu Oskar Lafontaine
26. Januar 2010
Es war in den 90ern. Lafontaine forderte die 35 Stunden Woche ohne Lohnausgleich. Es ging einfach darum, Arbeit gerecht zu verteilen, die industrielle Reservearmee als Druckmittel abzuschaffen um dann die Chancen für eine Verteilungsgerechtigkeit zu erhöhen. Keiner hat das verstanden. Er hat Prügel bekommen von allen Seiten. Aber ich hatte meine blauen Bücher gelesen. Die entscheidende Wende begann für mich, als der Arbeitskampf bei Opel in Eisenach verloren ging. Statt 35-Stunden-Woche, Billiglohn als Standortfaktor.
Strom-Rechnung in der Drachenburg
26. Januar 2010
„Akku fast leer“ sagt mein Handy und es hat Recht. Die Auswahl an Energiequellen ist für mich drastisch geschrumpft seit ich in Hartz-IV feststecke. Meine Netto-Neuverschuldung lässt sich nicht erhöhen. Haushaltskürzungen sind nach der Stromrechnung unserer Stadtwerke unvermeidlich, sie werden die Lage nicht bessern sondern eher schlimmer machen. Ohne notwendige Investitionen oder wenigstens Instandhaltung nähert sich die Anlage dem Schrottwert.
Der Kühlschrank wird abgeschaltet, soviel ist klar!
Wo soll ich denn sonst sparen? Licht? Medien? Warmes Wasser?
Die Teilzahlungen an den Energieversorger kann ich erst erhöhen wenn die Nachforderungen bezahlt sind.
Von nix kann man nix wegnehmen. Insolvenz ist was für clevere Reiche, und „Tafel“ ist nix für mich!
Christian Gilde
24. Januar 2010
Wir kannten uns, das war schon mal gut.
Ein neuer Landrat hat keine Veranlassung meine Stimme wahrzunehmen. Sie ist inzwischen auch gar nicht mehr relevant.
Fragment
24. Januar 2010
Mein Fallmanager war nicht immer mein Fallmanager.
Mein Fallmanager war mein Kollege.
Mein Fallmanager hat keine bessere Ausbildung, ist auch nicht engagierter als ich.
Mein Fallmanager hat einen Partner der auch verdient. Kinder die den Führerschein machen und CDs kaufen.
Manchmal ist mein Fallmanager in Urlaub.
Mein Fallmanager hat einen geregelten Tag mit Struktur und Begegnungen, auch Erfolgen und Komplimenten.
Mein Fallmanager lebt billiger als ich- tagsüber kein Strom, keine Heizung, nix. Abends die Suppe für drei.
Mein Fallmanager hat einen Arbeitsplatz.
Wer ….
Fahrrad-Geschichten
14. Januar 2010
Viele kennen meine unsäglichen Fahrrad-Geschichten. Diesmal war es das Schloss. Es war einfach weg.
Ein lieber Nachbar gab mir ein gefundenes Zahlenschloß. Eine große Gabe: In vielen Stunden hatte er die Code-Zahl enträtselt.
Was ich bis Gestern nicht so deutlich wusste: Zahlen helfen nicht wenn es dunkel ist. Ich habe dann das Rad vor die hellerleuchtete Tür des Gebäudes gezerrt. Ich gebe zu, das sah merkwürdig aus. Die Parlamentarier haben das sicher nicht verstanden.
Zwei unterhielten sich über Benzinpreise. Danach berieten sie Haushaltsfragen. Es ging um Millionen.
Es werde Licht !
Lebenslänglich!
14. Januar 2010
Kreis-Sozialausschuß: Es ging um Hartz-IV, nur um Hartz IV. Von über 7000 Hilfeempfängern saß ich als einziger Laie im Publikum. Meine bekannte Frage an die Parlamentarier: „Wer von Ihnen ist Hartz-IV-Empfänger?“ habe ich diesmal nicht gestellt. Warum eigentlich nicht? Lässt die Kraft nach? Ja, sie lässt nach!
400 Jugendliche im Kreis sind in sogenannten u-25 Programmen erfasst. Die Kinder von Verlierern. Es wird mit der Peitsche regiert. (der Sanktionskatalog entstammt Horrorkabinetten). Wer sich fügt darf Spielzeug basteln.
Die gültige Mietrichtlinie, nee, der ganze Vortrag geht von „abstrakter Angemessenheit“ aus.
Zweimal wurde ich in Neuruppin wegsaniert, diesmal das Urteil: Lebenslänglich! Wollte ich dem Ghetto der Drachenburg (26 qm) entfliehen, würde das Amt maximal die alte Miete übernehmen. Ich darf nicht zu viel heizen aber mir wird zunehmend kälter (gefühlte Temperatur). Für Warmwasser haben Hartz-IV-Empfänger monatlich 6,79 Euro. Riecht man das?
Die Presse kam nach der Einwohnerfragestunde. Sie hat mich nicht gehört. Die Parlamentarier haben geschwiegen.