also die Geschichte mit Mohammad,
22. Dezember 2010
ich fürchte, sie wird ziemlich lang, aber es ist ja wieder ein Kapitel im Buch meines Lebens.
Mohammad war nicht mein Lieblingsschüler. Eigentlich war er gar kein Schüler – doch – vielleicht in den letzten Wochen! Keiner kann so schlecht Deutsch!
Termine und Briefe im Zusammenhang mit Mohammad haben mich fast aufgefressen.
Da ging es nicht nur um die Wohnung.
Ich fahre ja immer mit dem Bus .
Von der Sammelunterkunft in Treskow, zu den Vietnamesen und nach Hause.,
Da traf ich irgendwann Mohammad an der Haltestelle!. Ich glaube, es war ein Rückweg – sicher bin ich nicht.
Früher kannte man mich mit dem Handwagen.
Sogar Balken habe ichgeschleppt und Märchenschlösser aus Styropor und Sperrmüll gebaut, inzwischen ist das nicht mehr so!
Ich habe ein Fahrrad dass mich zum Bus bringt., Das ist verkehrsunsicher. Ich benutze es nur noch als Rollator.
Den allerdings brauche ich. Der Körper ist kaputt.
Mohammad hatte einen Brief der Wohnungsgesellschaft.
Die haben kein Wohnungsangebot. Gezeichnet: Grundstücksverwaltung.
Mohammad konnte den Brief natürlich gar nicht lesen. Ich bat ihn eine Kopie zu machen. Der Laden war gegenüber.
Dann hat mich wieder diese dunkelrote Wut gepackt. Die ging auch nach Stunden nicht weg.
Nachts bin ich aufgewacht und habe diese dämliche verlogene Briefkopie gelesen.
Wenn mein Leben überhaupt einen Sinn haben soll, muss ich jetzt was machen.
Zunächst wollte ich am Dienstag mit Mohammad zur Wohnungsgesellschaft.
Dann fiel mir ein, dass das Stadtparlament schon heute tagt.
Ich wollte einen Skandal machen, aber der Chef der Wohnungsgesellschaft hat mir einen Termin angeboten.
Mein angekündigter Redebeitrag fiel aus.
Tatsächlich gab es das versprochene Gespräch beim Vermieter.
Ich konnte klarmachen, dass es hier um einen Einzelfall mit besonderer Rechtslage geht.
In meiner Gegenwart wurde mit der Sozialbehörde telefoniert, die meine Rechtsauffassung bestätigte
Jetzt ging es um das Arbeitsamt und um Kautionen.
Im Kreis-Sozialausschuss wollte ich Klärung. War nicht so!
Schriftliche Auskünfte von Dr…..waren schlimm!
Dann gab es Termine beim Arbeitsamt, Briefwechsel, Wohnungsamt, Vermieter……..
Kein Deutscher hätte diesen Kampf durchgestanden.
Migranten sind völlig chanchenlos
Achim beyer.