Treskow
4. September 2010
Der Landrat auf einer Demo für menschenwürdiges Asyl ! Das ist ein Mega-Erfolg !
Die umstrittene Firma Wiesemann mit Zweigniederlassung in Treskow ist auch nicht faul.
Man munkelt, dass es bald neue Waschbecken oder Kloschüsseln gibt. Ist das dann menschenwürdig ?
Wenige meiner Schüler hatten den Mut und das Vertrauen mit mir zum Rheinsberger Tor zu kommen. Hoffentlich werde ich sie nicht enttäuschen. Es drohen Repressalien, der Entzug von kleinen Erleichterungen.
Hartz-IV-Empfänger wissen das.
Wer brav ist bekommt vielleicht einen 1-Euro-Job. Ich bin nicht brav, aber es geht an die Existenz!
Die politisch Verantwortlichen in dieser Stadt habe ich nicht gesehen oder gehört, auch die Ausländerbehörde nicht und nicht die Flüchtlingsberatung der AW0.
Doris Rogmann findet dann doch immer wieder mal Menschen und Hilfemöglichkeiten. Danke liebe Doris!
Aber es ist alles viel zu wenig – unzulänglich und auch nicht von breiten Kreisen getragen.
Ich hätte ja reden wollen an unserem Turm, aber das war nicht vorgesehen, und es hätte auch niemandem gefallen.
Danilo Kunze vom Ausländeramt hat gesagt, dass Sprachförderung und Integration für Asylbewerber nicht vorgesehen ist und nicht beabsichtigt, solange über den Asylantrag nicht entschieden wurde.
Der kriegsähnliche Zustand in Afghanistan (mit deutschen Truppen) dauert schon viele Jahre, und in Bagdad (Irak) möchte auch nicht leben, obwohl Obama das Kriegsende verkündet. Die Kenianischen Flüchtlinge sind um ihr Leben gerannt, vor wenigen Jahren. Es gab Reisewarnungen der Deutschen Botschaft. Inzwischen darf man wieder auf Großwildjagd gehen wenn man sehr viel Geld hat. Die Slums von Nairobi empfehle ich nicht..
Nee, Neuruppin, du bist nicht bunt, und ich schäme mich auch. Mittendrin wird mir immer symphatischer.
Dann denke ich wieder an Joschka Fischer und Konsorten und falle in tiefe Depression.
Abgeschottete sonderbare Biotope.
Leserbrief: Zigarettenprozess
26. August 2010
Von: Achim Beyer [mailto:achim@hannesbeyer.de]
Gesendet: Mittwoch, 25. August 2010 22:38
An: ‘lokales@ruppiner-anzeiger.de’; ‘neuruppin@mazonline.de’
Betreff: Leserbrief /Zigarettenprozess
Opa war Raucher.
In den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts hat Opa den Tabak in Blumenkästen auf der Terrasse gepflanzt. Die Blätter wurden an Wäscheleinen getrocknet, und wenn alles nicht schnell genug ging, hat Oma sie gebügelt. Die Zeiten, als ich im Geschäft ein Päckchen Zigaretten kaufte sind ganz ganz lange her. Ich sehne mich nicht mal zurück. Meine Lieblingsmarke (Roth-Händle) wurde mit neuen Rezepturen verunstaltet. Sie schmeckt mir nicht mehr. Zigaretten sind sehr sehr teuer geworden.
Mit Gesundheitsschutz hat das nicht das allergeringste zu tun. Auch nicht mit Rohstoffen oder Produktionskosten. Eine der Steuererhöhungen (2000 ?) wurde ausdrücklich den Auslandseinsätzen der Bundeswehr gewidmet. Damals wollte ich vom legalen Feinschnitt zum „Drehen“ auf Schmuggelware umsteigen. Ich weiß noch, dass ich größere Mengen Vorkriegsware gekauft habe. Schließlich haben die Finanzminister auch meinen Tabak als Steuerquelle entdeckt. Meine 200g Dose entpuppte sich als fiese Mogelpackung. Das muss 2007 gewesen sein. Ich wohnte schon in der Drachenburg. Auch das Geld für die Miete wurde knapp. Die Tabakdose hatte die gleiche Größe wie immer. Sie war etwas teurer geworden. Na ja!
Den Betrug merkte ich erst Wochen später: 140 Gramm für ca 200 Zigaretten. Mit Luft aufgepustet. „Ich war tief beleidigt: Für wie dämlich halten die mich eigentlich ?“ Damals bin ich dann aus steuerlichen Gründen auf Pfeifentabak übergewechselt. Sehr gewöhnungsbedürftig, aber es ging. (Inzwischen nicht mehr)
Andere Leidensgenossen und auch die Industrie gingen andere Wege. Erst gab es die „Steckies“ – viel teurer in der Produktion aber billig im Verkauf. Inzwischen rauchen viele die „Negerzigaretten“ (Cigarillos ?????????) Schmeckt grauenhaft! Ich kenne einen Typen, der kauft Negerzigaretten, puhlt die auf um an den Tabak zu gelangen und stopft damit Zigaretten in normalen Hülsen. „Rechnet sich!“ sagt er.
Das Gros der Bevölkerung raucht „Jin Ling“ und kleine Vietnamesen gehen dafür in den Knast. Die internationalen Zigarettenkonzerne verkaufen ihre abgeschriebenen Maschinen nach Polen und der Rohtabak wird auch nicht in den dortigen Wäldern wachsen. Allerdings wird das Zeug unerträglich gestreckt, und so schmeckt es auch. Ich vermute unter den „Leistungsträgern“ dieser unserer Gesellschaft ebensoviele Raucher wie unter den Armen. Sagen wir mal: „ein Päckchen pro Tag“. Beim Ladenpreis für legale Fabrikzigaretten sind das ca 120 Euro im Monat. 1/3 von Hartz IV!
Jin Ling schmeckt mir nicht, aber wenn ihr einen ehrlichen Polen-Reisenden kennt der was von Tabak versteht, sagt mir bitte Bescheid!
Zum Zigarettenprozess will ich eigentlich gar nichts sagen.
Wir müssen uns an Regeln halten. Die müssen erkennbar vernünftig sein. Wer aus Notlagen Profit zieht gehört bestraft.
Achim Beyer/Neuruppin
Neuruppin bleibt bunt?
26. März 2010
Es ist noch nicht ganz ein Jahr her, da besuchten größere braune Touristengruppen die Stadt. Es war wohl ein überregionales Vereinstreffen. Überwiegend junge Männer mit zu viel Testosteron aber auch demente Greise.
Wir waren auf diese Tagestouristen nur unzureichend vorbereitet und hatten auch viel mit uns selbst zu tun. Rudern gegen Krebs, Feuerwehrfest… Man kann eben nicht überall sein.
Heute ist wieder so ein braunes Vereinstreffen. Am Abend reisen diese Touristen ab, Neuruppin ist dann wieder eine ganz normale Brandenburgische Kleinstadt. Wir sind keine Nazi-Hochburg und werden auch nie eine sein.
Rechtsextremismus kleidet sich nicht mehr braun. Viele Farben sind möglich – fast alle! Auch grau mit Krawatte.
Rechtsextremismus hat viele Facetten. Zum Beispiel die Fremdenfeindlichkeit. Jeder Dritte neigt dazu. Auch hier in unserer Stadt.
Wir sind Weltspitze – auch in der Rüstungsindustrie. Länder werden kaputtgebombt und die Flüchtlinge im Industriegebiet Treskow zwischengelagert.
Neuruppin ist nicht braun, aber bunt – im Sinne von weltoffen und tolerant – auch nicht, noch lange nicht.
Demokratie im Quadrat ist schon mal ein Anfang.
Neuruppin am Dienstag
24. März 2010
Hintergrund ist der Artikel “Ungewisse Zukunft” aus der MAZ vom Dienstag, 23. März
Neue Erkenntnisse? Nee, nicht wirklich!
Nach der Tasse Morgenkaffee der Fußweg von der Drachenburg in die Stadt. Ich brauche das um meine Gedanken zu ordnen, ich suche Ideen, Eindrücke und Begegnungen. Presseinformation in den Schaukästen der Regionalzeitungen. Der Adrenalinspiegel steigt beträchtlich.„Für wie dämlich halten die uns eigentlich“. Diesmal meine ich nicht die Redakteure der Zeitung sondern Akteure in Politik und Verwaltung.
Gang über den Markt. Ich freue mich über Farben und Blumen. Manchmal freundliches Kopfnicken oder ein Hallo. Letzte Lebenszusammenhänge. Vom Balkon aus geht das nicht, man muss sich schon auf den Weg machen.
Mittags Pressekonferenz in der Schinkelstraße. Elf Abgeordnete erklären ihr „kein weiter so“. Die Einladung hat einen fast endlosen Verteiler, da stehe ich noch drauf als interessierter Bürger. Platznot war nicht an diesem Konferenztisch. Das vorgestellte Communiqué zur Sonderstadtverordnetenversammlung ist streckenweise völlig unverständlich. Vielleicht inhaltlich richtig, aber wie soll ich das wissen? Kommunikation hat auch was mit Sprache zu tun. Gedanklich schweifte ich ab. In der Angelegenheit die mich beschäftigt wird das Parlament von der Verwaltung über den Tisch gezogen. Abgeordnete hinterfragen nicht, lesen kaum ihre Sitzungsvorlagen. Fragende Bürger sind vermeintliche Querulanten die man auch „ertragen“ muss. Unsere Freizeitparlamentarier ertragen die Bürgerfragestunden nur schwer. Sie kosten Zeit. Bürger, Abgeordnete und Verwaltung standen im Fokus der Betrachtung. Die Parteien nicht. „Parteien wirken an der politischen Willensbildung mit“ heißt es im Gesetz. Aber mein Eindruck ist anders. Es sind geschlossene Zirkel die die Sache unter sich ausmachen.
Als häufiger Parlamentsbeobachter denke ich mir, wenn die Besucherplätze bei den Sitzungen nicht mehr reichen sind wir am Ziel. Manchmal bin ich sehr einsam. Kurze Pause. Pellkartoffeln mit Quark und frischer Petersilie.
Am frühen Abend ein Vortrag über rechtsextreme Einstellungen (Böll-Stiftung). Auf der Besucherliste fast nur Hochschulabsolventen. Soll man die aufklären? Muss man? Bildungsbürger bilden Bildungsbürger mit Stiftungs- und Steuergeldern. Wichtig war aber die Methodik der Datengewinnung und Gewichtung. Rechtsextreme Einstellungen finden sich quer durch alle politischen Lager. Das entspricht auch meiner Erfahrung. Die Grünen kamen besser weg. Sie sind im Schnitt gebildeter und fallen nicht auf die plattesten Erklärungsmuster rein. Mein Prüfstein ist die Fremdenfeindlichkeit. Gutsituierte Grüne stehen nicht im Wettbewerb um prekäre Arbeitsplätze oder Sozialtransfers. Auch bei maximaler Fremdenfeindlichkeit würden sie in der vorgestellten Untersuchung als sauber durchgehen. Grüne haben mit „Proll“ nicht viel am Hut.
Museum ohne Fahrstuhl
16. März 2010
MAZ von heute: Museum der Absonderlichkeiten
Es war ein harter Winter. Wer von der Drachenburg in die Stadt wollte musste an unbebauten Grundstücken mit ungeräumten Gehwegen vorbei. Das war völlig unmöglich!
Mein gehbehinderter Nachbar hat monatelang nicht die Wohnung verlassen. Viele Menschen haben Einschränkungen. Vielleicht sogar alle! Manche sind sprachunkundig, manche können nicht sehen, nicht riechen, …. manche sind gehbehindert. Die, wie alle anderen brauchen unsere Unterstützung. Da hilft oft eine Außenklingel am Ladeneingang und es kommt jemand. Was ist denn wirklich so schlimm dabei wenn der gehbehinderte Kunstenthusiast die Treppe raufgetragen werden muss?
Millionen diskriminierter Rollstuhlfahrer konnten nicht die erste Etage unseres Heimatmuseums besichtigen weil es keinen Fahrstuhl gibt.
Schlimm. Wirklich sehr schlimm.
Für mich beginnt die Menschenwürde nicht beim Kachelbad, aber eine Badewanne wäre toll. Vielleicht noch ein Nachbar der die Kohlen raufbringt.
Staatsbesuch in Treskow
13. März 2010
An: ‘lokales@ruppiner-anzeiger.de’; ‘maz@online.de’
„Kein weiter so“ tönt es mir in den Ohren. Dann kam da dieser Staatsbesuch in Treskow. Die Bevölkerung wusste natürlich nichts, außer, dass geputzt und aufgehübscht wurde. Die alten DDR-Mauern werden verständnisvoll genickt haben. Kennen sie ja. Ein Freundschaftsbesuch war es wohl nicht – obwohl – aber wessen Freundschaft mit wem? Das Ganze geschah am Dienstag.
Das sind doch offensichtlich Bestrebungen von Hamelow, Schmidt, Grunst & Co das unsägliche Heim in Treskow zu retten – entgegen allen öffentlichen Erklärungen und dem Votum der Gremien!
Ich verlange den Nachweis, welche Maßnahmen unternommen wurden um die Unterbringung von Asylbewerbern in Wohnungen (WGs) zu sondieren und organisieren und zu welchen Ergebnissen sie führten. Ich verlange ferner, dass öffentlich erklärt wird, was der Anlass für diese merkwürdige Betriebsbegehung war und von wem die Initiative dazu ausging.
Sie können meinen Brief gern veröffentlichen, aber vor allem sollten sie recherchieren und den Vorgang öffentlich machen.
Achim Beyer
Die 11. Irische Nacht wird ein Alptraum
17. Februar 2010
Es wird wieder eine Irische Nacht im Kulturhaus Stadtgarten geben. Mir graut davor! Vor einem Jahr waren wir noch da. Nicht drinnen sondern draußen, aber immerhin.
Ich werde alt und die Kälte fährt mir in die Glieder. Ich komme da auch diesmal nicht rein, nicht mal bis zur Garderobe.
Damals hatte ich noch Mitstreiter für das Ziel „Kultur für Alle!“, zugegeben es waren schon Veteranen. Nicht eine politische Partei hat sich hier für dieses Thema engagiert. Irgendwann geht alles kaputt, oder zerfällt so wie meine Hose und Juttas Auto. Ein Sozialgericht hat nun festgestellt, dass ihr eine Abwrackprämie zugestanden hätte, und das Verfassungsgericht sagt, dass Fress-Rationen irgendwie doch nicht zum Leben reichen. Na toll!
Ein anderes Thema: In den Gremien habe ich immer gefordert, dass öffentliche Aufträge an Mindestlöhne gekoppelt werden müssen. Keine Resonanz.
Die Aufträge wurden im Eilverfahren vergeben (Konjunkturpaket II) Nun sind die Kassen leer. Das neue rosa rote Vergabegesetz ist erstmal nur ein Lutschbonbon.
Erstmal Neuruppin
10. Februar 2010
Wer wollte den Bürgermeister abwählen? Die Leute von der Suppenküche? Familie Lenz? Andere Leute? Welche?
Der „kleine König von Neuruppin“ hatte Ambitionen und Visionen, das ist wohl wahr. Er wurde ins Feld geschickt und genoss seine Rolle. Das Spiel gewinnen nicht die besseren Spieler, sondern diejenigen die Spieler einkaufen und verkaufen, diejenigen die mit dem Geschäft vertraut sind, die Spiele „unparteiisch“ beurteilen und diskret sponsoren wenn es ihren Interessen dient.
Unser Bürgermeister ist irreperabel beschädigt. Das liegt weniger an seiner Kompetenz als an unheiligen mächtigen Allianzen.
Christian Gilde
24. Januar 2010
Wir kannten uns, das war schon mal gut.
Ein neuer Landrat hat keine Veranlassung meine Stimme wahrzunehmen. Sie ist inzwischen auch gar nicht mehr relevant.
Fahrrad-Geschichten
14. Januar 2010
Viele kennen meine unsäglichen Fahrrad-Geschichten. Diesmal war es das Schloss. Es war einfach weg.
Ein lieber Nachbar gab mir ein gefundenes Zahlenschloß. Eine große Gabe: In vielen Stunden hatte er die Code-Zahl enträtselt.
Was ich bis Gestern nicht so deutlich wusste: Zahlen helfen nicht wenn es dunkel ist. Ich habe dann das Rad vor die hellerleuchtete Tür des Gebäudes gezerrt. Ich gebe zu, das sah merkwürdig aus. Die Parlamentarier haben das sicher nicht verstanden.
Zwei unterhielten sich über Benzinpreise. Danach berieten sie Haushaltsfragen. Es ging um Millionen.
Es werde Licht !